Eblem Zeitgeschichte

Vergangenheit war gestern - Zukunft ist morgen!

Neuzeit zwischen 1800 - 1900

Der Zeitraum »Neuzeit« ist unterteilt in:

1816: Der erste wirklich grosse Siedekot mit einer Siedepfanne aus Stahl und einer Fläche von 110 m², wurde gegenüber der unteren Weinreihe gebaut.
Den Auftrag dazu bekam die Firma C.A. Henschel aus Kassel. Es war zu dieser Zeit die grösste Siedepfanne in Deutschland. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie genutzt, dann musste das gesamte Siedehaus (Kot) abgerissen werden. Es wurde Platz gebraucht für die Erweiterung des kleinen Kurparkes.

1820: Bau einer sogenannte "Lustanlage" auf dem Klausberg. Wann die dort stehende Landwehr-Warte errichtet wurde ist (noch) unklar.

1827: Der Zimmersbrunnen wird gebaut. Dieser Brunnen wurde später als Der Brunnen vor dem Tore bekannt.

BadezuberSteinofenMitte 19. Jahrhundert: Die im Jahre 1818 eingerichtete einfache Badestube war inzwischen zu einem kleinen Badehaus erweitert worden. Bedienstete der Saline konnten das Badehaus kostenlos nutzen. Sooden (Bad Sooden-Allendorf) ist damit eines der ältesten Solebäder Hessens.
Die beiden Fotos zeigen einen originalen Badezuber sowie den Nachbau des Ofens mit Kessel zum Erhitzen der Sole.

Zu dieser Zeit lief die Sole noch über sieben (7) Gradierwerke.

Das Foto entstand im Jahre 2004. Das heutige Aussehen bekam das Gebäude durch Renovierungen, die vom Verein für Heimatkunde-BSA in den Vorjahren durchgeführt wurden. Dieses sogenannte 1.Sole-Badehaus dient dem "Verein für Heimatkunde" als Versammlungsort. Aus dieser Sicht, im Kurbetrieb das älteste Projekt das heute noch existiert.
Erwähnenswert ist, dass dieses Haus im Jahre 2006 125 Jahre alt wurde.

Im Jahre 1852 entdeckte man mehrere Solequellen. Der Salzgehalt soll hochprozentig gewesen sein (Daten nicht bekannt). Nimmt man Bezug auf die anderen Solequellen, so wird der Salzgehalt für das damalige Umfeld vermutlich unter 15 Prozent gewesen sein. Die Fundstellen lagen alle nahe dem heute noch bestehendem Gradierwerk #5.

SolebrunnenAls Pendant zum Bild der Situation am Ende des 15. Jahrhunderts, ist hier die Saline in Sooden im 19. Jahrhundert zu sehen. Das Bild zeigt links den alten Solebrunnen (Bereich heutiges Kongresszentrum) und rechts davon das damalige Siedehaus. Bild: Stadtarchiv BSA

1858: Das Erntedank- und Heimatfest in Allendorf wird erstmalig gefeiert. Die Anregung dazu kam von einem Gastwirt "Beuermann".

1866: Anschluss an Preussen und damit die Aufhebung des Salzmonopols mit allen negativen Einflüssen für das Salzwerk und den Bürgern in Sooden.

Um 1870: Zum Gradierkomplex gehörten drei (3) Bohrtürme.

Kinder-KurheimUm 1879: Kinderkurheim Werraland (Mutter-Kind-Kurheim). Eine Institution mit langer Tradition, die mit nur wenigen Betten in der der Strasse "Lange Reihe" in Sooden gegründet wurde.
Der Aufschwung begann dann viele Jahre später mit einem neuen Gebäude an der Strasse Ecke "Balzerbornweg/Lindenallee", direkt unterhalb des Hegeberges. Foto: ca. 2000

Um 1880: Ein zweites, noch grösseres Siedehaus wird gebaut. Mit 187 qm war enthielt es damit die grösste Siedepfanne Deutschlands.
Das erste Sole-Badehaus entstand im heutigen Kurpark.

01. Juni 1881: Gründung des Heilbades und die erste Badesaison begann.
Beginnen wir mit einem Zitat des Bürgermeisters "Hedwig Lange". Anlass war am 04. Februar 1881 das Richtfest des ersten Badehauses in Sooden:

1.Badehaus "Hochverehrte Anwesende!
Wir stehen hier an einem Neubau, der das seltsame Schicksal hatte, schon vor seiner Geburt Feinde zu haben, die es aber trotzdem nicht verhindern konnten, dass er das Licht der Welt erblickte und zwar, wie wir seinem Äusseren ansehen können, in einem lebensfähigen Zustand."

Der Badebetrieb wurde mit 8 Badewannen (Zubern) begonnen! Das Foto (Stadtarchiv BSA) zeigt bereits den Bereich der Badehausstandorte in den Folgejahren.

Um 1887: Das Gradierwerk-5 wurde mit einem überdachten Wandelgang versehen.

Ebenfalls im Jahre 1887/1892: Das bestehende 1. Badehaus ist schnell zu klein. Mit der Erweiterung des Gebäudes, konnte der langsam aufblühende Kurbetrieb den Gästen jetzt bereits 24 Badewannen anbieten.

Um 1890: Das neue grosse Siedehaus (Kot) enthielt einschliesslich der Nebengebäude und Magazine die damals grössten Siedepfanne Europas mit einer Siedefläche von 200 m².
Das Gebäude stand neben den Gleisanlagen der Bahn und hatte selbst einen Gleisanschluss. Standort war das das Areal wo sich heute das Kurtheater befindet.

Dieser erneute grosse Aufwand war auch deshalb erforderlich geworden, um den Sole-Salzsiedebetrieb nochmals wirtschaftlicher zu gestalten.
Die Saline Allendorf musste sich, wie alle anderen Salinen auch, der immer mehr aufkommenden Konkurrenz der Abbauunternehmen von Steinsalz erwehren.
Diesem stetig wachsenden Konkurrenzdruck, Steinsalz konnte auf dem Handelsmarkt sehr viel billiger angeboten werden, konnte man kaum noch standhalten.

Rothestein1891-1899: Jagd-Schloss Rothestein war nach einer Bauzeit von vier Jahren als Schloss fertig.
Der Freiherr von Gilsa, er war zeitweilig auch Theaterintendant in Kassel, erfüllte sich damit den Wunsch, ein Schloss in einer landschaftlich herrlichen Lage zu besitzen. Zuerst wurde die Stadtgärtnerei am Fusse des Berges errichtet. Der Freiherr konnte somit während der Bauzeit seines Bergschlosses dort schon wohnen. Der Fels auf dem das Schloss steht, ist roter Sandstein. Daher auch der Name des Schlosses, "Rothestein", abgeleitet vom roten Sandstein.
Fotos: 2003 anlässlich einer Privatführung für den VfH-BSA.

Um 1897: Es wird das 3. Badehaus gebaut. Ob als Erweiterung, Um- oder Neubau, darüber haben wir keinen Daten. Mit weiteren 18 Wannen erweiterte sich die Kapazität auf insgesamt 42 Badewannen, in denen Gäste die wohltuende Sole geniessen konnten.

Realistisch gesehen, ging die Ära von Sole in Verbindung mit der Salzgewinnung langsam dem Ende entgegen.

-hs-

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Letzte Änderung: 14/08/2009 - 14:37 Uhr