Eblem Zeitgeschichte

Die Neuzeit

Vergangenheit war gestern - Zukunft ist morgen!

Neuzeit zwischen 1900 - 2000

Der Zeitraum »Neuzeit« ist unterteilt in:

01. April 1906: Die Salzproduktion musste eingestellt werden, das Salzwerk wurde geschlossen. Die Ära der »Saline Allendorf an der Werra« war zu Ende.

1.Kurmittelhaus1905-1907: Das 1. Kurmittelhaus wird gebaut. Foto: Stadtarchiv BSA. Während der Bauzeit wurde erkannt, dass mehr Platz benötigt wurde und erweiterte in 1907 sofort. Das Erkennungsmerkmal, die Säulen, die in den Folgejahren vor dem politischen Hintergrund im Volksmund bald den Namen Feldherrnhalle bekamen, wurden bis in die aktuelle Neuzeit erhalten.

Mit zusätzlichen 20 Wannen, im Vergleich mit den Wannen des 3. Badehauses, standen für Behandlungen den Badegästen nun 62 Badewannen zur Verfügung. Inhalationen, Fango und Massagen konnten jetzt angeboten werden.
Fortan folgte, dem Zeittrend im Kurbetrieb entsprechend, eine Trennung zwischen einem "Kurmittelhaus" und einem "Kurhaus". Die Kurgäste hatten inzwischen gesteigerte Ansprüche bei ihrem Kuraufenthalt.

1910: Eine Kurzeitung berichtet über den kleinen Badebetrieb in Sooden.

Bruchteiche1910: Balzerborn und die sogenannten "Bruchteiche". Vom Balzerborn kam auch ein Teil des Trinkwassers für Sooden. In diesem Jahr begann das Ausbaggern. Sukzessive entstanden die beiden Bruchteiche, die nur durch einen überrohrten Weg getrennt sind. Wann die Teiche fertig waren, darüber liegen uns (noch) keine Daten vor. Foto: Mitte der 80-er Jahre

Brunnen v.d. ToreBrunnen v.d. Tore1912: Die 600 Jahre alte Linde am Zimmersbrunnen wurde durch einen Sturm zerstört. Eine neue Linde wurde im Jahre 1914 gepflanzt.

1913: Neben den bereits vorhandenen Wandelgängen wurde ein Salz-Luftbad für Männer eingerichtet.

1914-1918: Über diese Kriegsjahre haben wir keine speziellen Daten!

1924: Die »Sooden-Werra GmbH« wird gegründet.

1927: Das im Jahre 1913 speziell nur für Männer eingerichtete Luftbad wurde abgerissen.

1927: Das Jagdschloss Rothestein bekam mit der Familie des Frhr.v. Lüninck einen neuen Besitzer. Diese katholische Familie, die das Schloss bis zum Jahre 1989 bewohnte, hat im Laufe der Jahre viel für das Umfeld der katholischen Bonifatius-Gemeinde getan.

01. Juli 1929: Die beiden Orte Allendorf und Sooden schliessen sich zur "Stadt Bad Sooden-Allendorf" zusammen.

1929: Die Energieversorgung des Fördersystems für die Sole wird nun elektrisch betrieben. Die rasche Entwicklung des Heilbades und der Verbrauch an Sole machte das erforderlich.
Bei einer früheren Nutzung im Salinenbetrieb, wäre das analog zur Pferde- und Wasserkraft, vermutlich als "Elektro-Rollkunst" benannt worden.

Dass Sooden keinen Salinenbetrieb mehr hatte, wurde in den folgenden Jahren durch den wachsenden Kur-Badebetrieb im Soleheilbad bedingt ausgeglichen. Der Weltkrieg von 1914-1918 war nur eine Unterbrechung im stetig wachsenden Kurwesen von »Sooden an der Werra«.

1931: Eine Konzerthalle wird gebaut (nicht zu verwechseln mit der heutigen Konzertmuschel). Keine weiteren Daten bekannt.

1936: Die Eichwegsiedlung wird gebaut. Lage: Rechts der Werra und am nördlichen Ortsrand von Allendorf in Richtung des Ortes Wahlhausen/Thüringen. Weitere Daten über dieses Siedlungsprojekt sind (noch) nicht bekannt.

1938: Die im Jahre 1924 gegründete "Sooden-Werra GmbH" wird von der Stadt Bad Sooden-Allendorf übernommen und in "Bad Sooden-Allendorf Werra GmbH" umbenannt.

1939-1945: Für die Zeit dieses 2. Weltkrieges liegen uns keine geschichtlichen Daten vor. Bekannt ist, dass auch hier zum Kriegsende gekämpft wurde; amerikanische Truppen sollen mit Panzern den Kurpark durchwühlt haben. Die Brücke vom Vorort Oberrieden nach Lindewerra wurde von deutschen Pionieren gesprengt.

ViaduktA. April 1945: Die grosse Eisenbahnbrücke über die Werra, als Viadukt Oberrieden auch durch die Geräuschkulisse weit bekannt, wurde noch zu Ende des letzten Krieges von deutschen Pionieren gesprengt.
Im August 1945 wurde die Brücke durch Pioniere der USA behelfsmässig wieder nutzbar gemacht.
Ich erwähne das hier, weil das sogenannte "Wanfrieder Abkommen" vom 19. 09. 1945 nicht nur regional von Bedeutung war. Durch eine Verschiebung der Orts- bzw. Ländergrenzen (BRD/DDR) lag die Eisenbahnbrücke nun voll auf westdeutschem Territorium.
Der volle Wiederaufbau zwischen 1947 und 1949, endete am 25. Juni 1949 mit der Inbetriebnahme der zweigleisigen Bahnstrecke. Ein sehr wichtiger Eckpunkt in der beginnenden Friedenszeit und für uns wirtschaftlich so wichtigen Nord-Südverbindung.

04. April 1946: Der erste Transport mit aus der Heimat ausgewiesenen Sudetendeutschen erreicht auch Bad Sooden-Allendorf.

1950-1960: Das 1. Kurmittelhaus wird aufwändig umgebaut und modernisiert. Obwohl der Neubau in den Jahren 1905-1907 als Markstein in der Geschichte des Ortes galt, verlangte der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung diese neue Baumassnahme.

Vorbehaltlich von Korrekturen, das wurde im Einzelnen durchgeführt:

1951: Verlegung der Eisenbahnlinie im Bereich Sooden. Der Verkehr geht nun nicht mehr durch das Gradierwerk (Es fehlen genauere Daten).

KonzertmuschelMuschel-21960: wurde die in den Jahren 1957/58 geplante Konzertmuschel mit einem ersten Kurkonzert eingeweiht (Foto rechts). Das linke Foto zeigt diese, wie sie im Jahre 2006 bei den Abrissarbeiten von Kurmittelhaus und Veranstaltungshalle aussah. Fotos: 1976 und 2006.

1975/76: Der Verein für "Heimatkunde Bad Sooden-Allendorf", VfH-BSA, hat seine konstituierende Sitzung.
Ab diesem Jahr wird anlässlich des jährlichen Brunnenfestes ein Pfannensieden wie zu alter Zeit vom VfH-BSA durchgeführt.

1970: Folgende Orte wurden nach Bad Sooden-Allendorf eingemeindet:

1975:Wellenbad Der Kurort erhielt ein Sole-Hallen-Bewegungsbad. Im Jahre 1980 wurde dieses mit einem Wellenbecken erweitert. Foto: Neubau mit Wellenbecken.
Der Kurort Bad Sooden-Allendorf hatte nun ein werbewirksames »Sole-Bewegungszentrum«, äusserlich blieb es jedoch bei der bisherigen Namensgebung.

Leider blieb der angedachte grosse Erfolg dieses Erweiterungs-Projektes, auch resultierend aus politischen Entscheidungen, in den Folgejahren aus.

1.Kurhaus1981: Das alte Kurhaus wurde zur Sommerszeit im Inneren renoviert bzw. baulich verändert [¹].
Veranstaltungen verschiedenster Art, Tagungen, sind nun mit einem Gastronomiebetrieb unter einem Dach möglich. Foto: 2007. Das Kurhaus mit Wappensaal; unverändert seit der Renovierung vor/hinter einem völlig leeren Brunnenplatz.
Weitere Informationen, vor allem über den Bau (Jahreszahl usw.), den Abbau in Allendorf und den Wiederaufbau in Sooden an der jetzigen Stelle am Brunnenplatz, folgen nach einer entsprechenden Recherche.

1982: Aussenbereich Vorort Oberrieden: Am Parkplatz an der Bundestrasse B27 wurde zum Gedenken an die Heilige Elisabeth eine sogenannte Stele aus Sandstein errichtet. Initiator war der Kirchenkreis Witzenhausen.

1988: Ein Markstein in der Zeitgeschichte seit dem Friedensbeginn im Jahre 1945 ist dieses Brückenbauwerk. Noch zur Amtszeit von Bürgermeister "Rolf Jenther" wurde nach jahrelangen Querelen endlich das Brückenprojekt über die Werra (-arme), der B27 und der Eisenbahnlinie verwirklicht.

Bahnschranke-1   Baum im Herbst   Bahnschranke-2

Fotos: in der Mitte vor dem Brückenbau; links und rechts aussen nach dem Brückenbau. Die unerträgliche Situation der Strassenkreuzung mit dem direkt dahinter liegen Bahnübergang ist zu Ende. Nun gibt es das neue Brückenbauwerk.
Selbst die Übergangslösung mit einer Ampelregelung, brachte zu bestimmten Zeiten, durch den Zugverkehr noch verstärkt, lange Staus in Richtung Allendorf. Aber auch der Kurbereich war immens betroffen.

Nordseite   Ostseite   Mitte Baustelle

Fotos: während der Bauzeit und unten, die fertige Brücke (B27).

Brücke B-27Dieser Markstein zum Ende des 20. Jahrhunderts wird sicherlich etliche Jahrhunderte Bestand haben.

In Bezug auf die gesamte Verkehrssituation sagte u.a. Bürgermeister "Rolf Jenther" noch: "... eine Planung, die leider für die Zukunft des Kurbereiches nicht zu Ende gedacht wurde und leider politisch nicht durchsetzbar war" [²]. Gemeint ist hier eine angedachte schmale Einbahnstrasse parallel zur Eisenbahnlinie, die sich beim Neubau des 2. Kurmittelhauses noch hätte realisieren lassen.

Tunnelbau-1Tunnelbau-21988-1993: Beginn (1988) bzw. Verkehrsfreigabe (1989 mit Fernsehteam) der Ortsumgehung Oberrieden. Nach dem Brückenbauwerk in Bad Sooden-Allendorf wurde nun ein Strassentunnel unter die Eisenbahnlinie hindurch gebaut.
Das Brückenbauwerk in Bad Sooden-Allendorf und der Strassentunnel im Vorort Oberrieden, können als ein zusammengehörendes Projekt in der Gemarkung Bad Sooden-Allendorf, den Verkehr auf der Bundestrasse B-27 betreffend, angesehen werden.

Dieses Projekt, wurde wegen der kritischen Beurteilung des Berges unter der Eisenbahnlinie, österreichischen Tunnelbauern überantwortet.

2.Kurmittelhaus1989: Das 2. Kurmittelhaus wird eingeweiht. Als völlig neues Konzept wurde es direkt mit dem bestehenden "Sole-Bewegungszentrum" verbunden. Foto: 1990. Links im Bild das neue Kurmittelhaus.

Bei einem umbauten Raum von 10.789 m³, entstand in drei Gebäudeebenen eine Gesamt-Nutzfläche von 1.963 m².

Es war der umstrittene Bürgermeister "Rolf Jenther" welcher im Jahre 1989, zur Eröffnung dieser neuen Kureinrichtung sagte:
"... In dankenswerter Weise haben sich Mandatsträger aller politischen Richtungen für diesen Neubau eingesetzt, der auch für die nächsten Jahrzehnte richtungsweisend sein soll. Die moderne Einrichtung mit ihrer neuzeitlichen Konzeption soll den Ansprüchen der Kurgäste über das Jahr 2000 hinausgehend gerecht werden".
Anmerkung des Autors: "So war es dann auch!" Leider gab Jahre später, wegen politisch-finanzieller Querelen, ein Facharzt auf; ein Verlust an Patienten und (wieder einmal) eine verpasste Zukunftschance.

Nov. 1989: Die Todesgrenze zwischen der DDR und der BRD wurde auf Initiative der DDR geöffnet. Bad Sooden-Allendorf war direkt betroffen. Die politische Lage und Entwicklung ist ja allgemein bekannt. Grenzzäune, Hundelauf- und Beleuchtungsanlagen sowie Wachttürme wurden sukzessive entfernt.

Brücke Linew.Brücke Lindew.1998-1999: Der Neubau einer Werrabrücke, zwischen Hessen und Thüringen, zwischen dem Vorort Oberrieden und dem Ort Lindewerra. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 17. Juli 1999.
Verbunden war dieses Ereignis mit einer länderübergreifenden Berichterstattung im Fernsehen. S.a. Brückensprengung Weitere Infos unter: Neue Brücke

Steintor1998: Steintor: Neuaufbau eines der sogenannten Wahrzeichen unserer Stadt, auch mit Blick auf den "Brunnen vor dem Tore". Dieses Stadttor ist es, welches im Lied besungen wird.

Abriss Gadierwerk1999: Zum Jahrtausendwechsel wird ein, wieder einmal, in Deutschland bisher einmaliges Projekt angegangen. Das einzig noch bestehende Gradierwerk #5 muss abgerissen und völlig neu aufgebaut werden. Foto: Abriss in 1999.

2) Zum Ende der 90-er Jahre zeigte sich vehement diese politisch gewollte Kurzsichtigkeit, die letzmalig sogar noch beim Neubau des 2. Kurmittelhaus hätte behoben werden können. In den Folgejahren wurde diese mögliche Einbahnregelung für einen örtlich beruhigten Strassenverkehr dann endgültig verbaut. Dazu s.a. Erweiterter Kurbereich.

-hs-

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Letzte Änderung: 14/12/2008 - 15:15 Uhr